Never too close

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Autor/in: Morgane Moncomble
Veröffentlicht: 30.09.2019
Genre(s): Liebesroman
Verlag: LYX

Inhalt:

Seit sie gemeinsam in einem Aufzug eingeschlossen waren, sind Loan und Violette beste Freunde. Das zwischen ihnen ist vollkommen platonisch – zumindest bis jetzt. Denn als Violette beschließt, dass sie nicht länger Jungfrau sein will, ist es Loan, den sie bittet, ihr auszuhelfen. Schließlich vertraut sie niemandem so sehr wie ihrem besten Freund. Loan ist von der Idee zunächst alles andere als begeistert, doch schließlich willigt er ein. Es ist ja nur dieses eine Mal … oder?

Meine Meinung:

In vielen Dingen entscheidet der persönliche Geschmack, doch ich versuche immer möglichst objektiv zu bleiben. Die Geschichte war süß, leicht zu lesen und hatte den ein oder anderen liebenswerten Charakter parat- mehr nur leider nicht. Bei einem Buch, das solche Anerkennung genießt, geht man einfach mit einer höheren Erwartungshaltung an die Geschichte. Ich konnte einfach wenig ausmachen, das sich von den anderen üblichen 0815- Kitschromanen abhebt.

Die Charaktere

Das erste Problem, mit dem ich während des Lesens zu kämpfen hatte, war der Charakter Violette. Ich kann mich nicht nur nicht mit ihr identifizieren, ich empfand sie als wirklich unangenehme Protagonistin. Sie wirkt wie ein naives, verwöhntes Mädchen, das keinerlei Werte besitzt und nach sehr viel Aufmerksamkeit lechzt. Sie scheut nicht, andere Menschen zu hintergehen und schafft es dennoch, viele Menschen für sich einzunehmen. Etwas, das ich nicht so ganz nachvollziehen konnte.

Loan hingegen war ein wirklich angenehmer Charakter, ein bodenständiger, junger Mann, dessen Handlungen und Gedanken nicht fehlerfrei, aber menschlich sind. Er hat einen guten Kern, ist hilfsbereit und empathisch. Er wird nicht als der klassische Held aufgespielt, und das ist auch gut so. Man sympathisiert klar mit ihm, aber so soll es immerhin ja auch sein.

Die Nebencharaktere weisen eine bunte Mischung auf; von lieb und nett bis vollkommen irre. Manche mochte ich, manche waren mir etwas zu klischeehaft und aufgezogen.

Die Handlung

Eine wirkliche Handlungsentwicklung ist fast nicht möglich, da die Beziehungsebene zwischen Violette und Loan bereits zu Beginn befremdlich ist; man teilt sich ein Bett, eine Zahnbürste, kuscheln hier, Küsschen da, das war mir viel zu aufgesetzt. Eine enge Freundschaft kann man mit deutlich weniger physischer Nähe darstellen, hier war das Ganze einfach zu realitätsfern und unnatürlich. So blieb auch eine wirkliche Entwicklung aus, der Sex war eigentlich nur die Kirsche auf dem gigantischen Eisberg, der seit Seite 1 bereitsteht. Also an der Stelle wurde mein Geschmack definitiv nicht getroffen.

Auch im weiteren Verlauf ist die Geschichte sehr Klischee behaftet und hält keine wirkliche Überraschung bereit. Es gibt eine emotionale Stelle, aber auch die konnte mich nicht wirklich zu Tränen rühren, dafür wirkte das alles zu weit weg. Die „tragischen“ Vorgeschichten der Protagonisten, ohne die offensichtlich keine Geschichte dieses Genres mehr auskommt, öden mich mittlerweile nur noch an und erzeugen definitiv nicht das erhoffte Mitleid. Man bekommt vermehrt das Gefühl, Autoren dieses Genres greifen vor dem Schreibprozess in den üblichen Klischee-Topf und basteln sich etwas Neues aus all dem, was es bereits gibt. Auch hier ist das sicherlich Geschmacksache.

Sprachlich

Sprachlich habe ich nicht viel auszusetzen. Der Schreibstil war locker, einfach gehalten und leicht zu lesen. Die Dialoge waren nichts Besonderes, können so aber im Alltag ohne Weiteres vorkommen. Vor allem die Gedankengänge Loans habe ich sehr gerne verfolgt, da ich seine Einstellungen und Gefühle fast restlos geteilt habe. Bei Violette war dem nicht so, wie oben bereits beschrieben.

Zusammenfassung

Empfehlen kann ich die Geschichte jedem, der einen Hang zum Kitsch hat. Wer eher etwas sucht, das mehr der Realität entspricht, sollte sich diesem Buch lieber nicht widmen. Für mich ein klassischer Jugend-Liebesroman, mit 16 hätte ich es sicher verschlungen.

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