Kissing Lessons

☆☆☆

Autor/in: Helen Hoang
Veröffentlicht: 15.10.2019
Genre(s): Liebesroman (erotisch)
Verlag: Rowohlt Taschenbuch

Worum es geht:

Stella leidet unter dem Asperger-Syndrom. Um in der Liebe endlich Erfolg haben zu können, engagiert sie einen Escort, der ihr das Küssen beibringen soll. Der gutaussehende Michael verdreht ihr jedoch schnell den Kopf und so kommt es, dass sie sich von den Unterrichtsstunden deutlich mehr mehr verspricht…

Meine Meinung:

Zunächst möchte ich Hoang für die Idee und die Umsetzung einer autistischen Protagonistin danken, denn es ist ein aktuelles und realistisches Thema, das nicht nur Unterhaltsamkeit innerhalb des Buches verspricht, sondern auch genutzt werden kann, um die Leser über ein Syndrom zu informieren, über das, trotz der Masse an Betroffenen, nur die wenigsten aufgeklärt sind. 

Meine anfängliche Begeisterung hat sich nur leider während des Leseverlaufs schrittweise gemildert; ich erwartete einen frischen und realitätsnahen Roman, nur leider fand ich eine recht süße Liebesgeschichte vor, die sich trotz einer herausstechenden Thematik nicht von der Masse abheben konnte. Stella, die Protagonistin des Buches, zeigt zwar autistische Züge, doch verwirft ihre Prinzipien viel zu schnell, sodass der Handlungsverlauf schnell ins Unglaubwürdige gleitet. So wird zum Beispiel aufgeführt, dass sie Menschenmassen meidet, geht mit Michael aber widerspruchslos in einen Club. Für eine Person, die aufgrund des Autismus in ihrem Privatleben stark eingeschränkt ist, so wird es bei Stella anfangs auch dargestellt, sind Handlungen solcher Art leider schwer nachvollziehbar. Darüber hinaus sind die Dialoge viel zu kitschig und sexlastig; für manche mag dies natürlich erwünscht sein, meinen Geschmack hat es jedoch nicht getroffen. 

Sprachlich war das Buch, ausgenommen von den mir zu eindimensionalen Dialogen, jedoch gut gelungen. Hoang hat einen erfrischenden und leicht lesbaren Schreibstil, der die Gefühlslagen schön einfängt und auf den Leser überträgt. Es handelt sich bei diesem Buch um einen allwissenden Erzähler, der sowohl die Gefühle Stellas als auch Michaels beschreibt, sodass dem Leser uneingeschränkte Kenntnis über deren Handlungsmotive gegeben wird. Ein Ich-Erzähler aus der Sicht von Stella hätte der Handlung sicherlich mehr Spannung gegeben, denn durch die Kenntnis beider Gefühlslagen war die fortlaufende Handlung leider schon ab Kapitel 2 genauestens herzuleiten. 

Trotz der vielen Kritikpunkte gebe ich dem Buch 3 von 5 Sternen, da es definitiv alleine aufgrund der Thematik Potenzial hat, ein schönes Statement setzt und ich auf eine Besserung bezüglich mancher Schwächen in den Folgebänden hoffe.  

Ich empfehle das Buch allen(n) Leser(innen), die sich mit leichter Lektüre zufriedengeben und zu kitschigen Romanen tendieren. 

Ich stufe es zum Beispiel als Urlaubslektüre ein, mit der man etwas abschalten kann.

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